Nasser Bergsport: Canyoning



Wassersport und Bergsport sind für viele Alpinisten noch immer zwei völlig getrennte Welten: Zu unterschiedlich sind die Anforderungen und Herausforderungen der beiden Elemente um einen gemeinsamen Nenner zu finden. Aber es gibt ihn: die Sportart Canyoning vereint das Beste aus beiden Welten!

Foto: Abseilen beim Canyoning    © Die Canyonauten


Action- und einmalige Naturerlebnisse

Das Element Wasser bringt Bewegung und Schnelligkeit an den Fels (wie ja auch beim Wintersport!) und macht Canyoning somit zu einer Art Action-Klettern. Sprünge, Rutschen und Schwimm- oder sogar Tauchpassagen im Wildwasser sorgen dabei für reichlich Adrenalin. Traditionell wird das Bachbett beim Canyoning von oben nach unten begangen und nur falls notwendig verlassen. Eine Begehung von unten nach oben wird im deutschsprachigen Raum oft als Schluchteln bezeichnet und ist nur in sehr einfachen Bächen überhaupt möglich. Eine genaue Definition der Sportart hält
Wikipedia bereit.
Neben dem Actionfaktor begeistert Canyoning noch mit einer ganz anderen Eigenheit: der Bach führt uns an magische Orte, die vor dem Canyonauten oft nur wenige andere Menschen überhaupt zu Gesicht bekommen haben.

Adrenalinkitzel vor dem Sprung und zugleich einmalige Momente in zauberhafter Umgebung
© Die Canyonauten


Sicherheit geht vor
Beim Canyoning verabschiedet man sich großteils von der Welt: Schluchten bieten häufig keinen Platz für Wanderwege und das umgebende Gestein verschluckt alle Mobilfunknetze. Wir können uns daher nur wenige hundert Meter von der Zivilisation entfernen und dennoch so unerreichbar sein, wie auf dem Mond. Sicherheit hat hier den absoluten Vorrang und alleine in die Schlucht sollte sich nur trauen, wer sich wirklich bestens auskennt.
Viele kommerzielle Canyoninganbieter bieten Schulungen an, die einen auf die speziell geforderten Techniken beim Zusammentreffen von Wasser und Seil vorbereiten. Wer das Ganze nur einmal ausprobieren will kann sich natürlich auch einer geführten Tour anschließen.
Wildwasser fordert einen gekonnten Umgang mit dem Seil, sowie spezielle Techniken, die durchaus vom alpinen Standard abweichen können… © Die Canyonauten


Eine Einstiegstour

Obwohl ausdrücklich davor gewarnt wird, Canyoning ohne entsprechende Fachkenntnis zu betreiben wird in diesem Absatz auf eine mögliche Einsteigertour hingewiesen, die unter Beachtung des Wasserstands für alle geübten Alpinsportler gefahrlos möglich ist: Der Ostertaltobel im Allgäu
Ganz wichtig im Vorfeld jeder Canyoningtour ist die Kontrolle des Wasserstands. Für den Ostertaltobel ist das bequem von zu Hause aus über das Internet möglich. Wasserstand online checken. Wer Probleme mit der Deutung des Pegels hat, sollte einen Einheimischen Canyoningführer um Rat bitten.
Ebenfalls wichtig: die richtige Ausrüstung

Schlucht bei unterschiedlichen Wasserständen, hier: Val Grande, Insel Flores, Portugal  © Die Canyonauten

Canyoning Hotspots
Canyoning ist überall möglich, wo es Schluchten gibt. Egal ob in Schottland, in den australischen Blue Mountains oder in den Alpen. Wo Wasser sich seinen Weg durch das Gebirge bahnen muss, da legt es faszinierende Schluchten frei!
Seinen Ursprung allerdings fand der Sport in den Pyrenäen. In Frankreich und Spanien ist Canyoning als Individualsport heute  in etwa so alltäglich wie bei uns Klettern. Dies führte sogar so weit, dass künstliche Canyoninganlagen gebaut wurden und ein überdachter Canyoningpark ähnlich einer Kletterhalle ist in Frankreich ebenfalls bereits in Planung!  Klar dass die Pyrenäen und die französischen Alpen (insbesondere die Alpes-Maritimes) somit ein Hotspot der Szene sind. Von seiner allerbesten Seite zeigt sich der Sport aber im südschweizerischen Tessin. Hunderte beeindruckender Schluchten haben sich dort in hartes Granitgestein gefressen  und locken Süchtige aus ganz Europa in wirklich einmalige Rutschen und Sprünge hinein!

Sprung im italienischen Val Bodengo  © Die Canyonauten


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