Unterwegs auf unmarkierten Wegen - Tipps zur Tourenplanung


Unmarkierte Wege bzw. weglos - soll man diese gehen oder ist dies vielleicht verboten!
Was ist zu beachten und wie gefährlich ist es überhaupt, wenn man weglos bzw. unmarkiert unterwegs ist! 


Top-User und Wanderfex Roman (Alpintouren-Username: Datzi) ist seit Jahrzehnten in den Bergen unterwegs. Viele seiner Bergtouren, Überschreitungen und Biwaktouren haben vor allem eines gemeinsam: sie führen über unmarkierte Wege. Wie man so eine Tour am besten plant, welche Gefahren es zu beachten gibt und welche Bereicherung ein Gehen abseits der bekannten Pfade letztendlich bedeutet, das erfahrt ihr in unserer zwei-teiligen Blogreihe.

Teil 1. Planung, Ausrüstung, Wetter

Ein Bericht von Roman Datzenberger, mit Tourentipps von Alpintouren

Unmarkierte bzw. weglose Wege bedeuten für mich Freiheit. Eine Freiheit wo ich mich in den Bergen unbeschwert bewegen, entscheiden und handeln sowie einen Weg gehen kann der nicht von anderen vorgegeben (markierte Wege) wird. Grenzenlose Freiheit ist der Blick vom Gipfel, der sich bei einem Sonnenaufgang offenbart. Hier kann man für kurze Zeit besonders intensiv in ein Naturschauspiel eintauchen, befreit von all den Zwängen die im Tal deinen Weg vorgeben! Besonders intensiv erlebt man dies alles alleine oder mit geliebten Menschen!

Ich habe mich entschlossen dieses Thema aufzugreifen, und darüber meine Erfahrungen auszutauschen. (Wäre interessant, wenn hier ein Erfahrungsaustausch sowie eine rege Diskussion entstehen würde)
Bei meiner Tourenplanung habe ich hauptsächlich Rundtouren geplant, so habe ich bei der Planung immer versucht die Wege so zu planen dass der Rückweg nie der gleiche war. Es stellte sich aber bald heraus dass das nicht immer möglich ist.

Ich bin eigentlich durch das Buch „Bergtourenparadies Steiermark – von Günther u. Luise Auferbauer“ darauf gekommen, dass es möglich ist Gipfel bzw. Kammüberschreitungen zu machen, wo die Wege nicht markiert sind. Hier sind auch immer wieder die Schwierigkeiten angeführt (für mich ein sehr gutes Buch). Zusätzlich bestand im Internet die Möglichkeit Tourenbeschreibungen zu finden die teilweise solche Wege beschreiben. Ich möchte hier versuchen für Menschen, die so etwas eigentlich schon immer vorhatten, aber eigentlich der Mut dazu fehlte, die Vorteile aber auch die Nachteile aufzuzeigen, und was man beachten muss. Das dies natürlich nur meine Ansichtspunkte aufzeigt, wäre sicher eine Diskussion hier sehr aufschlussreich.

© Datzi - Unmarkierter Abstieg zum Abblasbühel
Tour: Rudtour mit Überschreitung von Elm 

Ich weiß natürlich, dass ich nicht der Einzige bin, der solche Touren geht. Ich werde hier meine Planung von den Touren, meine Erfahrungen und besonders das Abenteuer, das man hier eingeht, versuchen aufzuzeigen. Besonders wichtig ist die Frage: wie plane ich die Tour.  Da ich fast immer alleine unterwegs bin, zeige ich hier auch die Möglichkeit auf, sollte mir etwas passieren, wie findet man mich, wenn ich weglos unterwegs bin. Es gibt auch sicher noch die Frage: ist es überhaupt möglich solche Touren ohne GPS zu gehen? 

Früher sind Einheimische diese Steige mit bekannten Personen gegangen und diese haben sich diese gemerkt. Wie soll man aber diese Wege finden, wenn ich diese Personen nicht kenne die diese Wege gehen. Ich kann hier sicher nicht alles beantworten, aber eines steht sicher fest: Uunmarkierte Wege sind für Menschen, die Ruhe sowie Einsamkeit suchen. Man muss aber auch damit umgehen können. Da ich diese Wege nur alleine gehe, will ich auch behaupten dass dies die beste Form von unmarkierten Wege und Steige (Klettersteige ohne Sicherung) ist, diese zu gehen, und diese auch zu finden. Der Grund ist, ich treffe meine Wegfindung und Zeiteinteilung alleine und muss dies nicht mit meinen Kameraden teilen, der vielleicht nicht die Ausdauer bzw. sogar noch eine bessere hat, und auch anderer Meinung ist, bezüglich der Wegfindung. Auch bei Einschätzung der Schwierigkeit besitzt nicht immer jeder die gleiche Ansicht.

1. Die Planung: 

Touren plane ich immer mit Bücher (wie zb. oben beschrieben) sowie auch Internetbeschreibungen. Sehr wichtig sind auch die Schwierigkeiten der Tour. Meine Touren plane ich immer mit dem GPS, das heißt es wird der Weg am PC geplant und dann auf das GPS übertragen. Hier besteht dann wie oben schon beschrieben die Möglichkeit der Absicherung, wenn man diese Tour am PC und zusätzlich auf einen USB Stick abspeichert und dies dann der Familie bzw. Freund hinterlässt. Dieser GPS Track kann dann auch für einen Sucheinsatz verwendet werden. Oberstes Gebot ist natürlic: nie diese geplante Route verlassen, ausgenommen man verständigt jemand! Bei der Planung sollten auch mögliche Abkürzungen (können auch markierte sein) eingeplant werden, bzw. Wegabänderungen für unerwartete Ereignisse, um eventuell doch noch den zu schwierigen Weg der geplant war zu umgehen. zB. geplante Tour und durchgeführte Tour.

Beispiel: Tour Hinterer Polster
Die blaue Linie beschreibt den geplanten Weg - die rote den durchgeführten Weg

© Datzi


2. Die Ausrüstung

Gegenüber markierten Wegen ist es hier unbedingt notwendig einen Kompass bzw. GPS (GPS verwende ich bei all meinen Touren) und eine genaue Karte (bei Bergfex zum downloaden oder man kauft sich diese) mitzunehmen. Bei genauen Karten sind zum Teil alle Wege eingezeichnet. Ich erlebe aber immer wieder, dass es diese Wege doch nicht mehr gibt. Man muss auch immer damit rechnen, dass ein GPS ausfallen kann! 
Ein wichtiger Ausrüstungsgegenstand ist für mich auch das Fernglas geworden. Nicht zu vergessen ist auch die Stirnlampe

© Datzi
TourÜberschreitung Hochwung zum Schüttkogel mit Biwak


Bei meinen Touren ist fast immer eine Biwakausrüstung im Rucksack, wenn ich schon auf solche Wege unterwegs bin möchte ich auch die Ruhe und Einsamkeit genießen. Die Biwakausrüstung gehört zu meinem Abenteuer dazu, sollte ich mein Vorhaben nicht schaffen, kann ich den Tag trotzdem gemütlich ausklingen lassen, ich muss mir auch nicht immer Gedanken machen, dass ich bis zum Abend auf markierten Wegen sein muss. Dies gelingt am besten mit einen Biwak - und es ist zusätzlich eine Versicherung, wenn man keinen markierten Weg vor der Finsternis erreicht. Es ist aber nicht Vorraussetzung. Man muss aber eines Bedenken: mit einem Biwak kann der ganze Tag genutzt werden um ein Abenteuer zu erleben. Anders ist man hier immer zeitlich eingeschränkt. Finsternis oder sehr gefährlich auch hereinfallender Nebel besonders auf unmarkierten Wegen, kann sich zu einem ernsthaften Problem entwickeln. Auch auf markierten Wegen kann es passieren, dass immer einer vorgehen muss um die nächste Markierung zu finden, um sich dann akustisch zu verständigen. Verliert man hier einmal die Markierung ist dies unmöglich sie dann wieder zu finden. Jetzt stelle man sich vor, man ist auf unmarkierten Weg unterwegs. Eine Gipfelüberschreitung und Kammüberschreitung ist noch leicht wenn nachher wieder ein markierter Weg erreicht wird, wo man dann mit der Stirnlampe ins Tal absteigt! 

3. Das Wetter: 

Dieser Punkt sollte eigentlich zuerst angeführt werden, da er der Wichtigste für mich ist, wenn ich auf unmarkierten Wegen (auch für markierte Wege) unterwegs bin. Morgens bevor ich fahre, werden noch einmal die Wettervoraussagen kontrolliert ob sich etwas geändert hat. Auch wichtig sind die Strömungen vom Hoch bzw. vom Tief die jederzeit auch die Windrichtungen ändern können. Dreht sich der Wind bei einer Tour weiß man was auf einen zukommt. Wie gesagt kann sich dies am Morgen für den 2. Tag gleich wieder ändern, und wir haben doch Schlechtwetter obwohl vorher das schönste Wetter angesagt wurde (Habe deshalb schon öfters Touren abgebrochen) 

© Datzi
Tour: Vom Brunnsee über die Eiblschlucht zum Hinteren Polster

Die schönsten Wetterstimmungen erlebt man immer am 1. Tag einer Wetterbesserung. Die schönsten Sonnenunter- und Aufgänge finden vor einer Wetterverschlechterung statt. Eines muss aber hier immer wieder gesagt werden: Bei einem schlechten Wetter soll man sich nie in einem unmarkierten Gelände befinden. Hier erhöht sich das Gefahrenpotential erheblich, wenn man keine Biwakausrüstung dabei hat. Eine Orientierung bei Schlechtwetter (Nebel) bzw. Finsternis ist auch mit einem GPS auf einem unwegsamen Gelände nicht möglich wenn der Weg nicht markiert ist!

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Die Fortsetzung folgt nächste Woche in Teil 2. Wegfindung, Abenteuerfaktor, Unterwegs mit Kinder

Anregung zur Diskussion

Welche Meinung habt ihr zum Tehma. Was sind eure Erfahrungen? 
Wir feuen uns über Kommentare hier am Blog, über Mails (Betreff: "weglos") an support@alpintouren.at 
oder Facebook-Einträge.

Wir haben noch einmal wichtige Fragen zusammengefasst:

  • Unmarkierte Wege: Gefahren und was ist zu beachten?
  • Wie plane ich die Tour am Besten?
  • Ist es überhaupt möglich solche Touren ohne GPS zu gehen?
  • Was macht den Reiz von unmarkierten Touren aus?
  • Stichwort: Eigenverantwortung
  • Vergleich/Erfahrung mit anderen Ländern


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