Ein Biwak aus Schnee: bietet Schutz und ist leicht gebaut


In unserem letzten Blogeintrag haben wir euch Tipps für die richtige Biwakausrüstung gegeben. Doch was passiert, wenn man in einer Notsituation nur noch die Wahl „eingraben und abwarten“ hat? Mit einem Notbiwak aus Schnee kann sich jeder selbst eine Unterkunft für die Nacht schaufeln, die vor Kälte schützt und so Leben retten kann. Wie so etwas geht, erfahrt ihr in unserem heutigen Eintrag.

Die Aussicht, im Schnee zu übernachten, löst normalerweise kein Wohlbefinden aus. Dabei ist so eine Unterkunft eigentlich gar nicht so übel, wenn es um den Schutz bei einem Schlechtwettereinbruch geht. Das Schneebiwak schützt nämlich gut vor Wind und bietet innen eine fast konstante Temperatur um null Grad. Damit man im Notfall weiß, wie es geht, sollte das Biwakbauen geübt werden. Nehmt euch auf eurer nächsten Tour einfach etwas mehr Zeit und übt im Freien.

Die Platzwahl:
  • mind. 1,5 Meter Schnee
  • eine lawinenungefährliche Stelle
  • eine möglichst windstille oder windberuhigte Stelle
  • der Eingang sollte besonders auf die Windlage geprüft werden, damit es nicht zu Verwehungen kommt

Die Vorbereitung:
  • Arbeitsmittel wie Ski, Snowboard, Schaufel, Sonde, Biwaksack und Rucksack bereit machen
  • Boden mit der Lawinensonde auf Steine prüfen
  • Eingang festlegen und mit einem Stock markieren
Das einfache und schnelle Schachtbiwak:
Hier hebt man eine Fläche von ca. 1 m² pro Person aus. Über die freigeschaufelte Fläche legt man die Skier oder Snowboard als „Dachträger“. Darüber spannt man den Biwaksack und beschwert alles zusätzlich mit genügend Schnee. Den Eingang verschließen die Rucksäcke oder einige Schneeblöcken, wobei darauf zu achten ist, dass die Höhle nie vollständig geschlossen ist, da ansonsten Erstickungsgefahr besteht. Das Schachtbiwak ist eine behelfsmäßige Notunterkunft um Hilfe oder schlechtes Wetter abzuwarten.
Eine einfache Verbesserung des Schachtbiwaks besteht im Graben einer vertieften Fläche für die Füße zum Eingang hin. Damit wird ein sogenannter Kältegraben erreicht, über den kalte Luft abfließen kann. Im Sitzbereich ist es somit wärmer.

Wichtig ist, dass man auch trotz Müdigkeit stets die Luftzufuhr überwacht und wenn nötig den Eingang freischaufelt. Auf keinen Fall sollte in der Höhle gekocht werden, da sonst die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung besteht. Hat man nicht die ganze Ausrüstung für den Bau des Biwaks und zum Schutz verbraucht, empfiehlt sich die Markierung des Biwaks mit bunten Gegenständen oder Kleidungsstücken, damit Suchtrupps den Lagerplatz so schneller finden können.

Daneben gibt es natürlich noch andere Arten von Höhlen, wie zum Beispiel das Panzerknackerbiwak. Das klassische Iglu ist als Notunterkunft meist nicht geeignet, da der Bau lange dauert und sehr gute Schneeverhältnisse voraussetzt. Am Besten probiert ihr das Biwakbauen in der Praxis aus. Viele alpine Vereine oder Skigebiete bieten Kurse unter professioneller Anleitung an.

Was sind eure Erfahrungen mit dem Biwakbau im Schnee? Musstet ihr das schon einmal anwenden? Schreibt uns eure Erfahrungen als Kommentar.

alpintouren.com wünscht euch viel Spaß beim Üben im Schnee.


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