Dienstag, 15. April 2014

Tourentipps für Ostern

Die kommenden Feiertage sind sicherlich für einige von uns wieder eine Gelegeneheit um die Berge zu ziehen. Egal ob Klettertour, Familienwanderung oder Skitour, wir haben die neuesten Tourentipps für euch. Mehr Inspirationen gibt es wie immer direkt auf ALPINTOUREN.COM 


Familienwanderung für Wissenshungrige: Moorerlebnis Wasenmoos
Einfache und sonnige Rundwanderung mit Aussicht bis in die Tauernberge. Der Weg durch die Moorlandschaft informiert über Pflanzen- und Tierarten. 3 Stunden, 200 Höhenmeter. Mehr Infos

Die Tauernberge © M. Karl


Gemütliche Wanderung: Über dem Mondsee auf den Almkogel 1.030 m
Einfache, familientaugliche Wanderung mit kurzer Steilstufe zum Schluss.
2 Stunden, 550 Höhenmeter. Mehr Infos

© M. Karl


Rundwanderweg bei Maria Alm: Auf den Natrun 1.253 m
Kurze Rundwanderung mit Walderlebnisweg. 3 Stunden, 450 Höhenmeter. Mehr Infos

Maria Alm © M. Karl


Genussklettertour zum Aufwärmen: Der Wienersteig (1.052 m) auf der Hohen Wand 
Schöne Route im 3. Schwierigkeitsgrad: abwechslungsreich, guter Fels, bestens abgesichert.
III+, 250 Klettermeter, ca. 2 Stunden. Mehr Infos

Am Wienersteig © A. Koller


Anspruchsvolle Skitour in Südtirol: Palon de la Mare 3.703 m
Großartige Skihochtour im Ortlergebiet auf den höchsten Gipfel des Fornikessels.
5 Stunden, 1.550 Höhenmeter, Südwest. Mehr Infos

Stützpunkt Brancahütte
© W. Lauschensky



Vielen Dank an die Autoren der Touren und viel Spaß in den Bergen!
Das Alpintouren-Team



Montag, 24. März 2014

Klettergebiet Wolkensteiner Schweiz: klein aber fein

In Wolkenstein im Erzgebirge gibt es einige markante Felsen mit kurzen Klettersteigen. Die Steige des DAV-Chemnitz sind gut abgesichert und sind - je nach Steig - für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Top-User Andreas hat alle getestet. In der Gegend befinden sich auch mehrere Felswände (Gneis) nur für Kletterer.

Gipfelweg © Andreas Koller

Klettersteig Bergweg B/C - der Leichteste

Klettersteig Artist C - der Längste mit einem kniffligen Ausstieg

Klettersteig Gipfelweg D - der Schwere mit einem knackigen Abstieg

Klettersteig Yetis Weg D/E - der Schwierigste mit Überhang

Vielen Dank an den Autor der Touren und viel Spaß beim Nachgehen!



Mittwoch, 19. März 2014

Auf der Sonnenseite: Einklettern im Frühling

Während für einige die Skitourensaison mit dem Frühjahr erst so richtig anfängt, sind andere über das Ende des Winters so richtig froh. Besonders im Frühling ist es oft schwer, gute Tourenziele zu finden. Wenn nämlich im Tal die Sonne so richtig für Frühlingsgefühle sorgt, erschwert der Schnee in höheren Lagen oftmals die geplante Tour. Besonders Kletterfreunde zieht es jetzt verstärkt raus aus den Hallen und rein ins Gelände. Dabei sind südseitige Wände und Routen besonders beliebt, um die ersten warmen Stunden so richtig auskosten zu können. Wo kann man sich aber jetzt am besten eingehen? Welcher Klettergarten ist für Sonnenanbeter geeignet? Wir versuchen einen kleinen Überblick zu geben. Mehr Touren findest du wie immer auf ALPINTOUREN.COM.

Klettergärten für Sonnenanbeter - Eine Auswahl

Diese südseitigen Kletterspots sind jetzt ideal, wenn du nach der Halle wieder an den Fels willst.

Niederösterreich:
Jammerwandl bei Baden. Hier wird es erst ab 6 interessant, da die "leichteren" Routen schon sehr abgeschmiert sind. Die Nähe zu Baden, der kurze Zugang von der Straße und die Südseite sind sicherlich Gründe für die Beliebtheit. Ausweichen kann man in dem Fall auf die Siegenfelderplatten, keine 5 Autominuten entfernt. Ideal auch für Anfänger. Neben vielen Routen gibt es im Klettergarten Wöllersdorf auch Bouldermöglichkeiten. Hier geht es im Vergleich zum Jammerwandl auch viel ruhiger zu, da man sich nicht direkt neben der Straße befindet.

Oberösterreich:
© Jogal
Die Ewige Wand bei Bad Goisern ist eine südseitige Kletterwand allerdings erst ab 6+. Auch Klettersteiggeher kommen hier mit dem Ewigen-Wand- und Leadership-Klettersteig zu ihrem Genuss. Zur Tourenbeschreibung.

Nixloch, der südwestliche Klettergarten bei Losenstein, ist ein Klassiker und gut geeignet für die ersten Übungen am Fels nach der Winterpause. 



Salzburg:
Brechlplatte bei Weißbach b. Lofer. Der Ort ist sowieso ein Klettereldorado. Die Brechlplatte ist durchaus auch für Kinder geeignet und bietet Routen im leichten bis mittelschweren Grad.

Kärnten:
© G. Kwapisz
Kanzianiberg bei Finkenstein. Ein beliebter Klassiker mit Südwestausrichtung und vielen Möglichkeiten. Hier gibt es auch gute Möglichkeiten zum Boldern, familienfreundliche Einsteigerrouten und viel zu tun für mehr als nur einen Tag.










Steiermark:
Brechlplatte © A. Koller

Der Burgstall Klettergarten in der Bergregion Grimming hat einen kurzen Zustieg und einige Routen im Bereich 4-5. Auch hier gibt es einen Klettersteig, der zwar einfach aber recht ausgesetzt ist. Die Tourenbeschreibung findest du hier.





Tirol:
Multerkarwand bei Scheffan: Zwar etwas hochgelegen bietet die südwestseitige Wand tolle Routen in traumhafter Landschaft.
AV Klettergarten in Zirl: Die Martinswand ist zwar teilweise schon etwas abgeklettert, aber wegen Ihrer vielen Möglichkeiten immer wieder einen Besuch wert. Auf Alpintouren.com findetst du unter dem Suchbegriff Martinswand" einige Routenbeispiele.
Die Anlage am Grattenbergl bei Wörgl ist klein aber oho, hat einen sehr kurzen Zustieg und bietet sonnige Platten sowie einige steilere und schwierigere Routen.
Daneben gibt es in Tirol wirklich viele, viele Möglichkeiten für Sportkletterer.

Vorarlberg:
Der Klettergarten am Weißenbach im Bregenzer Wald bietet feine und sonnige Plattenkletterei.


Was ist euer Tipp für sonnige Klettereien im Frühling? Schickt uns eure Tipps als Kommentare.
Einen schönen Start in den Frühling und viel Spaß am Fels wünscht euch das Alpintouren-Team!


Dienstag, 4. März 2014

Internationale Bergführerverband setzt auf DYNAFIT

Der Skitourenausrüster DYNAFIT und die Internationale Vereinigung der Bergführerverbände (IVBV) unterzeichneten auf der Internationalen Sportartikelmesse (ISPO) erstmals eine langfristige und exklusive Partnerschaft. Damit arbeiten die Partner bei der Produktentwicklung für Skitourenski, -schuhe, -bindungen sowie Skitourenhelme eng zusammen. Die Bergführer des Verbands werden auf internationaler Ebene mit den Produkten ausgestattet und in unterschiedlichen Projekten für Produkttests eingebunden.



Der Präsident des IVBV Hanno Dönz und der Internationale DYNAFIT Geschäftsführer Benedikt Böhm haben auf der Internationalen Sportartikelmesse (ISPO) in München den Vertrag über die dreijährige Partnerschaft unterzeichnet. Für beide Parteien zeugt der Schritt von Vertrauen auf eine Zusammenarbeit in der Synergien genutzt werden. Innovative Produktentwicklung und Kompetenz im Skitourensport stehen bei dieser Partnerschaft an oberster Stelle.

Das erste gemeinsame Projekt wurde bereits im Mai 2013 erfolgreich bestritten: DYNAFIT entwickelte in Zusammenarbeit mit dem IVBV den stabilen, breiten und dennoch leichten FreeTouring Ski „Denali“, der auf einer ,Best Practice‘ Expedition zum Denali in Alaska ausgiebig getestet wurde.

Im Mai 2013 sind 13 IFMGA Bergführerausbilder aus zwölf Nationen zur Besteigung des Denali (6.194 m) gereist. Die Skiexpedition und Besteigung wurde im Rahmen eines Workshops zur internationalen Zusammenarbeit bei Ausbildung und Fortbildung der Bergführer durchgeführt. Ausgerüstet wurden die Experten mit Skitouren-Equipment von DYNAFIT. Dabei konnten die 13 Expeditionsmitglieder und Ausbilder den Denali Ski für kommenden Winter über mehrere Wochen und bei wechselnden Bedingungen testen. Ende Mai erreichten alle Mitglieder den Gipfel und sind am nächsten Tag ins Basecamp am Kahiltna Gletscher abgefahren.

Aufbauend auf dieses erfolgreiche Initialprojekt werden beide Partner in den nächsten drei Jahren weitere Skitouren Produkte gemeinsam entwickeln und testen. Für Bergführer werden spezielle Modelle mit eingearbeitetem IVBV Logo angeboten. Andere DYNAFIT Produkte kennzeichnet das Logo „empfohlen durch die IVBV“.


Montag, 24. Februar 2014

Das Alpintouren - Video - Gewinnspiel

31. Jänner 2014 - 26. März 2014
Video zu deiner Tour erstellen - hochladen - gewinnen


Alle Infos zur Aufgabenstellung und Teilnahme hier
Alles über die Preise hier
Hilfestellung für den Video-Upload hier




Mittwoch, 12. Februar 2014

Hotspots: Ski fahren rund um den Globus

Die heimischen Alpen bieten Skifahrern, Snowboarder und Tourengeher genügend spannende Routen. Ob einsamer Geheimtipp, viel begangener Klassiker oder persönliche Lieblingsregion - hier findet man genug Ziele um nicht allzu weit in die Ferne schweifen zu müssen. Trotzdem werden Wintersportziele in anderen Ländern immer beliebter. Je weiter weg das Traumziel, desto mehr stellt sich die Frage des Gepäcktransports, der im Winter nicht nur komplizierter sonder auch mit mehr Kosten verbunden ist. Daher haben wir hier neben einigen Tipps für den nächsten Winterurlaub auch eine Übersicht der Gebühren und Anforderungen für die Gepäcksaufgabe von Ski-und Snowboardausrüstung!


Wintersport Hotspots 


Denkt man an Spanien, so kommen den meisten Menschen Sonne, Strand und Meer in den Sinn - dabei besitzt Spanien auch tolles Potenzial für einen Winterurlaub. Circa 45 Minuten entfernt von der Costa Tropical befinden sich die Berge der Sierra Nevada - und mit Ihnen Schnee. Wo Schnee liegt, kann man auch Ski fahren! Wenn Sie eine Reise nach Spanien planen, und die Küste mit den Berge verbinden möchten, dann bietet sich die Gegend um Granada herum an. Sie können entweder direkt nach Granada oder nach Malaga fliegen.

Natürlich steht nicht nur Spanien als Winterurlaubsort zur Auswahl; hier sind ein paar weitere Vorschläge für den nächsten Skiurlaub:

1. Courchevel, Frankreich

Mit über 100 Skipisten, bietet Courchevel ein riesiges Skigebiet für Skifahrer aller Altersklassen. Courchevel ist dafür bekannt, ein beliebter Ort der Schönen und Reichen zu sein. Doch mit den perfekt instandgehaltenen Loipen und grandiosen Ausblicken, die diese Region bietet, muss man kein Millionär sein, um hier eine gute Zeit zu haben. La Grange und Les Caves sind zwei der exklusivsten Nachtclubs, wenn man einen tollen Abend haben will.

2. Banff, Kanada


Gelegen im Herzen des Banff Nationalparks, welcher Teil des Weltkulturerbes ist, beherbergt diese Skilandschaft den Mount Norquay, sowie die Sunshine und Lake Louise Skigebiete - drei der weltweit besten Ski-Resorts. Die Steilhänge und Tiefschneeabfahrten bieten genau das richtige Terrain für erfahrene Skifahrer und ganzjählicher Schneefall bedeutet, es ist immer Zeit, um Ski zu fahren.

3. Courmayeur, Italien

Die Pisten in Courmayeur sind relativ einfach und kurz, und deswegen bestens für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet. Das Besondere an Courmayeur ist allerdings der atemberaubende Blick über das Monte Bianco Massif, sowie die Cresta Youla und Cresta d'Arp Erhebungen. Wenn man zu jenen gehört, die nicht so gerne Skifahren und es vorziehen, die Region zu erkunden, dann kann man eine Fahrt mit der Seilbahn machen und die Panorama-Ausblicke genießen.

Egal, welchen Ort man zum Skifahren besucht, man kann davon ausgehen, in allen Skigebieten eine spannende Erfahrung zu machen. Gerade für Extremsportlern und Menschen, die in den Alpenregionen zu Hause sind, ist es wahrscheinlich, dass man eine eigene Ausrüstung besitzt. Allerdings kann man vor einem Dilemma stehen, wenn sich die Frage stellt, ob man besser seine eigene Ausrüstung mitnimmt oder sich alles vor Ort ausleiht - vor allem, wenn man von weiter weg mit dem Flugzeug anreist. Während einige Fluggesellschaften das Gepäck kostenlos aufnehmen, verlangen andere, dass man bei Buchung des Flugtickets Platz für die Skiausrüstung reserviert. Dies kann ein sehr verwirrender Prozess sein und kann vor allem dann zu großen Enttäuschungen führen, wenn man am Flughafen mit Skiern und Stöcken eintrifft, nur um im Nachhinein herauszufinden, dass sie zu sperrig sind und man sie nicht mitnehmen darf!

Für all diejenigen, die nun dabei sind, den nächsten Winterurlaub zu planen, hat momondo eine Liste der Gebühren und Anforderungen für die Gepäckaufgabe von Ski-und Snowboardausrüstung für verschiedene Fluggesellschaften erstellt, die auch die Durchschnittspreise für Skiverleihe in den wichtigsten Skiregionen erläutert.

In diesm Sinne: Auf die Bretter fertig los!




Mittwoch, 5. Februar 2014

Bergtouren mit Hunden im Winter

Wer mit seinem Vierbeiner auch im Winter in den Bergen unterwegs sein möchte sollte dabei einiges beachten. Top-User und Hundeliebhaber Andreas gibt in seinem Bericht Tipps zu Wintertouren mit Hunden. Wenn ihr gerne Ski- oder Schneeschuhtouren geht und einen Hund habt, solltet ihr also auf jeden Fall weiterlesen... 

Ein Bericht von Andreas Koller

Nachdem ich im Mai 2013 einen Blog über Touren mit Hunden im Sommer verfasst habe, möchte ich nun auf Winterunternehmungen mit unseren vierbeinigen Freunden eingehen. Grundsätzlich sind die Bedingungen für eine gelungene Bergtour im Sommer wie im Winter gleich: eine gute Planung, eigene Voraussetzungen und die des Hunds , Verpflegung, Wetter! Dennoch scheint mir eine Wintertour größere Anforderungen an Mensch und Tier zu stellen als eine im Sommer, und zwar nicht nur auf Grund der strengeren klimatischen Gegebenheiten.

Vorplanungen


Während man im Sommer bloß auf die Wegbeschaffenheit achten muss (z.B. Felsschwierigkeiten bzw. Steilheit des Geländes), ergeben sich für eine erfolgreiche und zufriedenstellende Wintertour mehrere Aspekte, die es zu durchdenken gilt. Die beginnen schon damit, dass man sich zuerst einmal mit den genauen Routenbedingungen auseinandersetzten sollte. Tiefer Pulverschnee kann etwa einem Hund das Weiterkommen unmöglich machen. Natürlich erkundigt man sich vorher bei einem Einheimischen nach den Schneeverhältnissen und man bekommt auch immer eine (für einen Skitourengeher) präzise Auskunft, doch wissen wir alle, dass gerade im Winter die Schneehöhen derart unterschiedlich sein können, dass ein Hund so ganz einfach einmal im Schnee stecken bleibt und nicht weiter kommt. Es mag lustig sein, wenn Hund auf einmal weg ist, aber dies kann in der Folge auch gefährlich werden.

© Andreas Koller
Schneeschuhtour Alp Sot


Grundsätzlich lieben die meisten Hunde den Schnee und blühen darin richtiggehend auf, aber man muss schon bei der Tourenplanung bedenken, dass der Skitourengeher bei der Abfahrt dann doch einen großen Vorteil hat. Was im Aufstieg vielleicht noch lustig sein kann, wird bei der Abfahrt rasch mühsam und kann für den vierbeinigen Begleiter ein hoffnungsloses Unterfangen werden. Natürlich spielt hier auch die Größe des Hundes eine Rolle. Bei 45cm Schulterhöhe schauen bei 50cm Pulverschnee gerade einmal die Ohren aus der weißen Pracht. Und dann weiterkommen… Im schlimmsten Fall wird einem der im Winter ohnehin viel kürzere Tag noch einmal zu kurz und man ist in der Dunkelheit noch unterwegs. Wenig aufbauend ist dann auch ein rascher Wetterumschwung oder ein berüchtigtes Whiteout.

Ebenso müssen bei der Verpflegung einige Aspekte in Betracht gezogen werden. Im Sommer packt man für Hunzi eine Plastikflasche mit integrierter Trinkschüssel und gefüllt mit Wasser ein. Abgesehen davon löschen die Hunde gerne ihren Durst an den zahlreichen Bächen oder Seen in den Bergen. Im Winter sind selbige zugefroren und Gleiches kann mit dem Wasser in der Flasche passieren, sofern man nicht eine Thermosflasche mitnimmt (die hat dann allerdings keine Trinkschüssel eingebaut).


Gefahren


Hunde sind neugierig, schwindelfrei, wollen alles erforschen und kennen die Gefahren im Winter nicht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass unsere vierbeinigen Freunde auch auf steilen Flanken, Hängen, Graten ganz einfach einmal ausrutschen. Und einen 35kg schweren Berner Sennenhund, der einem gerade entgegenrutscht, aufzufangen ist alles andere als ein einfaches Unternehmen. Ebenso laufen Hunde so mir nichts dir nichts in einen Lawinenhang, ohne sich der Gefahr bewusst zu sein. Auch auf Schneewechten hinauszutreten ist für sie unproblematisch. Klar sind sie meistens doch ein wenig leichter als ein Mensch und verteilen ihr Gewicht auf vier Standbeine, aber passieren kann immer etwas.

© Andreas Koller
Schneeschuhtour Bodenwies


Fazit: Hunde erkennen Gefahren nicht, haben also kein Gefahrenbewusstsein, was Lawinen, Wechten, ausgesetzte Grate betrifft, und haben auch keinen Gefahreninstinkt. Ergo auch Hunde stürzen ab oder kommen in den Bergen ums Leben.


Jagdinstinkt


Jeder Hund hat einen mehr oder weniger ausgeprägten Jagdtrieb. Einerseits sind im Winter viel weniger Wildtier unterwegs, Weidevieh gibt es gar keines, jedoch kann es passieren, dass unsere geliebten Pappenheimer sich stattdessen bei abfahrenden Tourenskifahrern oder Rodlern bemüßigt fühlen, mal kurz eine Jagd einzulegen. Warum denn auch nicht, man ist ja auf Beutezug in der freien Natur. Auch hierzu habe ich eigene Erfahrungen gesammelt, einerseits, als meine Carla meinte, eine Rodel sei eine leckere Beute (ich konnte sie erst im letzten Moment bremsen, sonst hätte sie diese wohl gefangen und zu mir gebracht), andererseits auch als lebende Jagdbeute, als ich durch eine enge Waldstelle zischte und mich am Ausgang selbiger schon eine Huskydame sabbernd vor Jagdeifer erwartete, mich dann verfolgte, bis ich stehen blieb. Offenbar war sie von mir als Jagdbeute dann doch sehr enttäuscht, so dass ich sie mit ein paar Streicheleinheiten aufbauen musste. Das Hundehalter-Paar natürlich total aus dem Häuschen, weil Schützling auf Zurufen nicht folgte, konnte ich sie nur beruhigen, indem ich ihnen von meinem Pappenheimer erzählte, der – sofern ich nicht aufpasse – genauso reagiert.



Gesundheitliche Aspekte beim Hund


Auch in dieser Hinsicht ist im Winter auf mehrere Aspekte Augenmerk zu legen.

Augen: Die Augen eines Hundes sind weniger empfindlich als die eines
Menschen. Ergo er braucht keine Sonnenbrille, auch nicht bei Schnee. Zu Augenentzündungen kann es trotzdem kommen (dies gilt auch im Sommer für längere Gletscher- oder Schnee- Touren). Außerdem gibt es sogar Sonnenbrillen für Hunde, ich bezweifle aber stark, dass diese angenehm sind für den Hund.

Pfoten: Je nach Schneebeschaffenheit können auch die Pfoten in Mitleidenschaft gezogen werden. Da helfen geeignete „Hundepatscherl“ für den Winter, die allerdings den Halt im steilen Gelände beeinträchtigen können (Abrutschgefahr). In dieser Hinsicht bin ich eher ein Befürworter der Hundefußpflege, heißt Hirschtalgcreme vor und nach der Tour verwenden. Es gibt auch schon gute Pfotensprays, die die Pfoten nicht einfetten und trotzdem schützen (können immer verwendet werden, in der Stadt, der Natur, für den Berg, in der Wohnung).

© Andreas Koller
Alp Champatsch


Nase: Sensationelles Riechwerkzeug beim Hund, sollte auch bei ärgster Kälte reibungslos funktionieren. Man glaubt gar nicht, was Hunde selbst im metertiefen Schnee erschnüffeln und ausgraben.

Kälte: Große Kälte kann für Hunde dann zum Problem werden, wenn man Pause macht. Auch unsere Vierbeiner schwitzen beim Aufstieg, so dass eine Rast, besonders bei Wind, unserem Liebling zusetzten kann. Erkältungen etc. können dann schwerwiegende Folgen sein. Abhilfe schafft da eine kleine Decke, in die man Hunzi einwickelt, oder eine Jacke oder ein Tuch. Am besten ist es jedoch, die Pausen sehr kurz zu halten und eher ständig in Bewegung zu bleiben. Die Kälte sowie der Schnee erzeugen oft Eisklumpen auf den Ballen der Pfoten oder im Fell. Die Reaktion der Hunde ist dann ein Schlecken an den Klumpen, die dann aber durch die Feuchtigkeit noch größer werden. Hier gilt: je größer die Pfote und je länger das Fell, desto rascher und größer die Klumpen. Einzige Abhilfe verschafft hier Geduld und das Entfernen der ungeliebten Anhängsel.



Anekdote


Bei einer Skitour im Kärntner Mölltal gelang mir einmal das Kunststück einen einheimischen Berner Sennenhund aufzugabeln. Die liebe Tinka – so hieß die Hundedame – begleitete mich doch tatsächlich bis zum Gipfel und wieder ins Tal. Allerdings kamen wir erst in der Abenddämmerung zurück, weil ich nicht gewohnt war, auf einen Hund zu achten. Ich suchte dann natürlich ihren Bauernhof und gab die junge Dame wohlbehalten ab.

© Andreas Koller
Skitour Ochsenkopf: Letzter Aufschwung am SO-Grat


Darum geht es hier aber nicht. In einem großen Südkar unter dem Gipfel lag meterhoher Schnee, so dass Tinka sehr tief einsank. Ich ging vor, spurte also für Mensch und Tier. Auch mir fiel der Anstieg immer schwerer und die Skier glitten nicht wie gewohnt dahin, ganz so, als wärn sie plötzlich viel schwerer als sonst. Erstaunt drehte ich mich langsam um und erkannte, dass die liebe Tinka hinten auf meinen Skiern stand, damit sie nicht einsinke, und brave meine Schritte mitmachte!

Moral von der Geschicht‘: Unterschätze die Intelligenz derHunde nicht!



Resümee


Nach all meinen Ausführungen in meinem Text mag es mühsam und umständlich erscheinen, einen Hund im Winter in die Berge mitzunehmen. Stimmt eigentlich gar nicht, man muss bloß genauer planen, vielleicht lieber eine leichtere Tour machen, und dann steht dem Genießen und Vergnügen nichts mehr im Wege. Es ergibt so viel Spaß, den Hund auch im Winter in die Natur und in die Berge mitzunehmen, dass die paar Nachteile gegenüber dem Sommer bald vergessen sein werden.

Ich persönlich bevorzuge z.B. mit meiner Carla Schneeschuhtouren gegenüber Skitouren aus folgenden Gründen: Bei Schneeschuhtouren habe ich das Problem der Abfahrt nicht, ich bewege mich im Grunde mit ähnlicher Geschwindigkeit bergab wie mein Hund bzw. braucht er mir nirgends nachhecheln. Dort, wo ich mit Schneeschuhen gehen kann, schafft es der Hund auch weiterzukommen (sowohl bergauf als auch bergab). Außerdem kann es bei der Abfahrt auch zu folgenschweren Unfällen kommen. Nicht selten läuft ein Hund voll Übermut in die Stahlkanten der Skier, was meistens böse Verletzungen zur Folge hat.

Also eine gemütliche Winterwanderung oder eine genussvolle Schneeschuhtour machen daher riesigen Spaß, man saugt die Natur auf und freut sich mit seinem vierbeinigen Begleiter, der ausgelassen im Schnee herumtobt.


Tipps


Zur Erziehung des Hundes bzw. zum Umgang mit selbigem (auch bei Wanderungen): www.hundeschweiger.at

Bei Vorträgen, Seminaren, Praxiswochenenden oder –kursen kann man sehr viel von Bernhard Kainz, dem Hundeschweiger, über Hunde erfahren.

Zur Gesundheit des Hundes und ärztliche Tipps erhält man z.B. bei: www.tierplus.at

Standorte von Tierplus gibt es in Wien-Stadlau, Brunn am Gebirge, Klagenfurt und Innsbruck.

Links zu den hier angeführten Touren:


Ochsenkopf - Geheimtipp über dem Mölltal (2536m) / Ski Tour

Alp Sot mit Ortlerblick (2053m) / Schneeschuh Tour

Naturerlebnis Bodenwies (1540m) / Schneeschuh Tour