Montag, 18. August 2014

BeACHTlicher Charity-Trail-Run

8 Gipfel der Gefühle – Extremsportler Klaus Gösweiner überwindet 8.160 Höhenmeter für karitativen Zweck:

Der Extremsportler und Dynafit-Athlet - hat es wieder einmal geschafft. Nach exakt 16 Stunden und 20 Minuten überquerte Klaus Gösweiner am Schlossplatzfest in seiner Heimatgemeinde Haus im Ennstal die Ziellinie: völlig durchnässt und verdreckt, im Gesicht etwas blass und um Worte ringend.

Hinter ihm liegen außerordentliche Eindrücke und unglaubliche Strapazen auf insgesamt 80 Kilometern Wegstrecke. Sein Weg führte ihn von der Talstation Hauser Kaibling über die Gipfel der Schladminger 4-Berge Skischaukel, bis zur Talstation der Reiteralm in Gleiming um dort wieder kehrt zu machen.

Die Idee seines Vorhabens stammt noch aus dem Winter, als er die gleiche Strecke bereits mit Tourenski erfolgreich bewältigte. Die Strecke im Sommer ist unbarmherziger: Aufgrund der verwinkelten Trails und den kräftezerrenden Streckenabschnitten bergab ist sie wesentlich länger und härter. Hinter diesem Projekt steht ein karitativer Gedanke, dem viele namenhafte Sportler wie Philipp Schörghofer, Christian Hoffmann, Michael Kurz oder Markus Stock folgten.


Am Freitag, 15. August, fiel um 02.00 Uhr nachts der Startschuss zum Sturm auf die 8 Gipfel. Die Bedingungen hätten nicht besser sein können: kühle Temperaturen, ein sternenklarer Himmel und kein Niederschlag in Aussicht. Klaus Gösweiner steht mit seinen ersten beiden Begleitern, dem jungen Toni Pilz und dem dreifach Triathlon Weltmeister und guten Freund Wolfgang Erhart, an der Talstation Hauser Kaibling bereit, um in die finstere Nacht los zu starten. Nur die Stirnlampen leuchteten ihnen den Weg über die steilen Skipisten und Trails, insgesamt 1.287 Höhenmeter Richtung Gipfel des Hauser Kaiblings. „Das Tempo war von Beginn an perfekt und es herrschte eine richtig geile Stimmung“, so der Extremsportler, der sichtlich verblüfft über die erste Zwischenzeit von 1:15 bis zum ersten Gipfel war.

Den gefürchteten Steilhang des Zielstadions der Planai erreichte die Gruppe noch in völliger Dunkelheit und damit fast 30 Minuten früher als ursprünglich geplant. Zurück im Tal auf 745 Höhenmeter wurden die Begleiter durch Bergläufer Markus Stock und Langläufer Christian Gamsjäger abgelöst. Der Weg führte die Läufer nun direkt durch den Schladminger Ortskern, weiter entlang am nebeligen Talbach, bis es dann wieder steil bergauf bis zum Hochwurzen Gipfel auf 1.852m ging. „Wir kamen aus dem Nebel heraus und blickten hinter uns, als gerade die Sonne über dem Wolkenband aufging“, schilderte Markus Stock die Erlebnisse. „Die Sonne tat zu diesem Zeitpunkt richtig gut und gab uns einen zusätzlichen Energieschub“.



Am dritten Talpunkt in Pichl übergab Markus Stock dann an den ehemaligen Olympiasieger im Langlauf, Christian Hoffmann, der Klaus Gösweiner spontan gleich zweimal auf den Reiteralmgipfel hin und zurück begleitete. Inzwischen war in Gleiming am letzten Talpunkt der Strecke auch der Skibergsteiger und Läufer, Andreas Ringhofer, eingestiegen. Beide waren verblüfft über den guten Zustand von Klaus Gösweiner, der immer noch sehr schnell und mittlerweile mit einem Guthaben von fast einer Stunde unterwegs war.

„Mir war bewusst, dass es mir bis zur Hälfte der Strecke locker von der Hand gehen muss, um schlussendlich nicht in Bedrängnis zu kommen“, so Klaus Gösweiner, der beim Wendepunkt mental noch immer extrem stark wirkte. „Beim zweiten Anstieg zurück auf die Reiteralm wurde mir klar, dass, wenn es so weiterläuft, fast nichts mehr schiefgehen kann“. Wie schnell sich das Blatt wendet, zeigte sich am Weg von der Reiteralm runter zum 5. Talpunkt nach Pichl. An einer sehr engen und wurzeligen Waldpassage knickte sein ohnehin etwas lädiertes Sprunggelenk zum Schrecken seines 25-köpfigen Teams nach außen weg. Nach einer schnellen Diagnose und gezielten Schmerzmedikation durch sein Ärzteteam konnte Klaus Gösweiner bestens versorgt weitermachen.

Bei der 12.000 Höhenmeter Marke war das Tempo immer noch ähnlich hoch wie zu Beginn. Dass es ihm weiterhin möglich war sich mit seinen Begleitern auszutauschen, war ein Zeichen seiner guten mentalen Verfassung. Die Koordination der Beine leidet bei solchen Langzeitbelastungen und nimmt naturgemäß ab: Nachdem das Sprunggelenk etwas angeschlagen und bereits mit Tapes stabilisiert war, versuchte der Ultra Trail Läufer bei den Passagen bergab besonders fokussiert zu bleiben.



Ab Pichl stieß der Ramsauer Elmar Tritscher zur Gruppe, der ihn über den Hochwurzen Gipfel bis ins Zielstadion Planai begleitete. Bei toller Stimmung durch viele Freunde warteten dort bereits das ÖSV RTL-Ass Philipp Schörghofer, Paralympics Langläufer Michael Kurz und der Skibergsteiger Andreas Hofer, um erneut den steilen Zielhang mit Klaus in Angriff zu nehmen. Der Filzmooser Philipp Schörghofer war von Klaus’ Projekt angetan: „Für mich ist das heute eine ideale Ausdauereinheit, bevor es nächste Woche für drei Wochen zum Trainieren nach Argentinien geht. Generell bin ich gerne dabei, wenn es für den guten Zweck ist.“

Am Weg vom Planaigipfel zurück bis zu seinem Hausberg dem Hauser Kaibling stießen weitere Läufer und Freunde dazu, die ihn bis ins Ziel begleiten sollten. Zu diesem Zeitpunkt warteten die Besucher des Hauser Schlossplatzfestes bereits gespannt auf den Zieleinlauf. Die letzten Höhenmeter bergab verlangten Klaus nochmal höchste Konzentration ab, ehe er mehr als 1,5 Stunden vor seiner Planung ins Ziel einlief.

Eine unglaubliche Leistung: nur 16 Stunden und 20 Minuten benötigte Klaus Gösweiner für die 80 Kilometer Wegstrecke über die Schladminger 4-Berge Skischaukel. In dieser Zeit legte Klaus sagenhafte 16.320 Höhenmeter bergauf und bergab zurück und verbrauchte umgerechnet fast 13.000 Kalorien.



Überglücklich und sichtlich gezeichnet überreichte Klaus Gösweiner der Marktgemeinde Haus einen Scheck über 4.212, - EUR für den guten Zweck. Mit dieser Übergabe konnte Klaus Gösweiner seine Herzensangelegenheit und damit ein weiteres tolles Sportprojekt abschließen.


Montag, 4. August 2014

Wandertouren in Andalusien

Das spanische Festland bietet mit seinen großen Gebirgszügen eine Fülle an Outdoormöglichkeiten. Wir stellen euch heute einige schöne Touren in der Region Andalusien vor, die auch gut mit einem Badeurlaub kombiniert werden können.

© Walter Ruttinger
Die Felsformationen von El Torcal bei Antequera

Die Kalksteinformationen in diesem Nationalpark sind Pflichtprogramm für jeden Costa del Sol Urlauber. Die spektakulären und naturgeschichtlich interessanten Gebilde lassen sich leicht durchwandern. Die kleine Runde führt in 1-2 Stunden, die große in 2-3 Stunden durch das Gebiet. 




Mulhacén 3.482 m - auf den höchsten Berg des spanischen Festlands

© Walter Ruttinger
Drei verschiedene Routen führen auf den Gipfel und bieten je nach Wahl etwas für erfahrene Wanderer oder auch für Anfänger. Unterschätzen sollte man die Gipfeltour dennoch nicht. Der rasche Höhengewinn und das launige Wetter selbst im Sommer sollen Grund genug für eine genaue Tourenplanung samt guter Ausrüstung und genügend Wasserreserven sein.
Zur Tourbeschreibung


Pico de Veleta 3.396 m - ein leichter 3000er

© Walter Ruttinger
Die Wanderung auf den zweithöchsten Berg Andalusiens ist einfach und lässt sich als Tagesausflug schaffen. Die Passstraße führt bis auf 2.500 Meter, danach geht es mit Bahn und Sessellift weiter. Der Gipfelweg ist einfach, jedoch können auch noch im Sommer Schneefelder auftreten. Wegen der großen Höhe und der Exponiertheit des Gipfels sind auch hier gute Ausrüstung und stabiles Wetter erforderlich. Der Name Veleta bedeutet nicht umsonst "Wetterfahne"...
Zur Tourbeschreibung


Vielen Dank an den Autor der Touren. Mehr Wandertouren in Spanien findest du unter der Tourensuche
Hast auch du Tipps für schöne Touren in Spanien, dann hinterlasse ein Kommentar oder schreib an support@alpintouren.at

Donnerstag, 17. Juli 2014

Wanderbares Kreta

Kreta bietet als größte Insel Griechenlands nicht nur etwas für kulturbegeisterte Urlauber. Auf der gebirgigen Insel kann man wunderbar einen Badeurlaub mit interessanten Wandertouren verbinden. Top-User Roman war auf Kreta unterwegs und hat ein paar super Touren eingegeben. Sogar die bekannte Wanderung auf den Psiloritis, Kretas höchsten Berg, ist in dieser beschriebenen Variante eine einsame Bergtour fernab der Zivilisation.


Durch die Sarakina Schlucht - abenteuerliche Wandertour für Kletterbegeisterte

© Datzi
1 Std 30 Min - 300 HM

Der Weg durch die Sarakina Schlucht führt entlang des Flusses, der ja nach Jahreszeit mal mehr oder weniger Wasser führt. Deshalb sollte man ein paar trockene Socken bzw. ein zweites Paar Schuhe mitführen. Der Weg ist eine Mischung aus einfachem Gehgelände und schwierigen Kletterstellen über Felsen, die aber teilweise mit Seilen versehen sind.

Dieser Tour ist für Kinder eigentlich nicht geeignet.

Zur Tourbeschreibung


Durch die Richtis Schlucht zu einem malerischen Strand

© Datzi
2 Stunden - 360 HM

Der Weg führt durch die wunderschöne Schlucht, vorbei an Wasserfällen und mündet in einen schönen Badestrand. Obwohl mittlerweile auch eine Straße zum dem nicht mehr ganz so einsamen Strand führt, lohnt sich die Entdeckung zu Fuß.

Zur Tourbeschreibung











Von der Lasithiou Hochebene zum Afentis 

10 Stunden - 20 KM - 1.400 HM (Aufstieg) - 1.600 HM (Abstieg)
Gipfel: Afendis Ghristos (2.141m) - Dikti Ori (2.148m) - Lazaros (2.085m)

© Datzi
Einsame Tour mit Biwakoption.Diese Tour ist leicht solange man auf markierten Wegen ist. Der Übergang und Abstieg über den Lazaros ist dann weglos.

Rundtour über den Psiloritis - Auf den höchsten Berg Kretas

© Datzi
11 Stunden - 2.550 HM (Aufstieg) - 2.600 HM (Abstieg)

Diese wunderschöne und einsame Rundtour bietet wieder eine Biwakoption und führt im Abstieg, teilweise unmarkiert, vorbei an ursprünglichen Hirtenhütten 




Vielen Dank an den Autor dieser tollen Touren.
Mehr Wandertouren in Kreta findest du unter der Tourensuche - Griechenland - Kreta.
Hast auch du Tipps für schöne Touren in Griechenland, dann hinterlasse ein Kommentar oder schreib und an support@alpintouren.at

Mittwoch, 2. Juli 2014

Die beliebtesten Touren im Juni

Ab sofort stellen wir euch hier an dieser Stelle rückblickend die beliebtesten Touren des Monats vor.
Als Inspiration, Tourentipp oder einfach zum Nachlesen findet Ihr hier einen Überblick über die zugriffsstärksten Kletter-, Wander-, Ski- oder Radtouren.

Vielen Dank an die Autoren und natürlich an euch für so zahlreiche Zugriffe und eure Begeisterung für die Berge! Wir wünschen weiterhin viel Spaß mit Alpintouren.

Schafbergalm © hofchri
Wandertour: Schafberg (1782 m) von Winkl 
Salzburg, Salzkammergutberge
5 Stunden, 1.200 HM
Einfache und einsame, aber lange Tour mit vielen Höhenmetern abseits des Trubels.
Zur Tourenbeschreibung





Radtour:  Rennrad - Kärnten Ironman Austria Route
Kärnten, Klagenfurt
90 Kilometer, 425 HM
Bewegen zwischen Bergen und Seen auf den Spuren der Ironmen und Ironwomen

                    © hofchri
Mountainbiketour:  Monte Tremalzo (1973m) – klassisch von Riva 
Trentino, Gardaseeberge 
50 Kilometer, 2.130 HM
Auf in den Süden in die beliebte Mountainbikeregion am Gardasee. Der abwechslungsreiche Bike-Klassiker mit grandiosen Ausblicken und einem tollen Downhill.



© hofchri
Klettertour: AV-Klettergarten am Plombergstein (II bis VII-) St. Gilgen
Salzburg, Salzkammergut
Toller Einsteigerklettergarten auch für Kinder. Kurzer Zustieg, griffige Felsplatten und gut abgesicherte Einseillängen bis 30 Meter. Rund 11 Touren von II bis VII-







© hofchri
Skitour: Rauriser Sonnblick (3106m) und Hocharn (3254m) von Kolm Saigurn
Salzburg, Hohe Tauern
6 Stunden, 2.360 HM
Der Hohe Sonnblick ist in Kombination mit dem Hocharn eine herrliche 2-Tages-Frühjahrsskitour. Achtung! Das Zittelhaus ist derzeit geöffnet - die Tour auf den Sonnblick ist noch möglich aber nicht mehr zu empfehlen.





Montag, 23. Juni 2014

Gewinnspiel zum Ferienstart

Die Sommerferien stehen in den Startlöchern und mit ihnen viele Gelegenheiten die Berge zu entdecken. Ob allein oder mit der Familie, ob schwierige Gratwanderung oder einfacher Tagesausflug, so vielfältig wie unsere Berge sind auch die Tourenmöglichkeiten. Deshalb verlosen wir zum Ferienstart zwei Bergwanderführer und ein Brettspiel.

Gewinnfragen:
1. Wie viele Touren gibt es mittlerweile laut Statistik hier auf www.alpintouren.com?
2. Wie viele Sportarten stehen hier in der Tourensuche zur Auswahl?



Preise:



1x Bergwander-Atlas Niederösterreich
Über 200 Wanderungen und Bergtouren. Mit Angabe der Kindereignung.

1x Bergwander-Atlas Steiermark
Über 200 Wanderungen und Bergtouren. Mit Angabe der Kindereignung.

1x Brettspiel "Respektiere deine Grenzen"
        Versuche als Gams, Hirsch, Steinbock und Reh durch den
        harten Winter zu kommen.
        Für 3 - 8 Spieler ab 11 Jahren



Beantworte dazu einfach die zwei Gewinnfragen und schicke die Antworten mit dem Betreff "Ferien" und deinem Wunschgewinn an support@alpintouren.at. Einsendeschluss ist der 7. Juli 2014. Die Gewinner werden per E-Mail informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Glück wünscht ALPINTOUREN.COM





Freitag, 20. Juni 2014

Grünstein-Klettersteig: ein Berg für alle Fälle

Der Grünstein im Watzmannmassiv ist mit seinen 1.304 Metern nicht hoch, bietet aber einen schönen Ausblick über Untersberg, Göll, das Lattengebirge und natürlich den Watzmann. Wem die einfache Wanderung über die Grünsteinhütte nicht genug ist, der kann eine der vielen Klettersteigrouten auf den Gipfel wählen. Mittlerweile gibt es am beliebten Grünstein zahlreiche Steigvatianten (B-E), bei denen es sich teilweise um sehr sportliche Steige nur für Geübte handelt.

In der Tourenbeschreibung findest du ab sofort auch die aktuelle Topo mit allen Varianten. 

Die Heisei Brücke - © M. Karl

Der klassische Isidorsteig ist die einfachste Variante auf den Gipfel (meist B/C). Daneben gibt es die sportliche Hotelroute (bis E), die nach einer abenteuerlichen Hängebrücke auf den Isidorsteig trifft und die Räuberleiter (bis E), die weiter unten anfängt und in die Hotelroute übergeht. Wer danach noch nicht genug hat kann den Isidorsteig im oberen Bereich wieder verlassen und auf die sportliche Intersport Renoth Gipfelwand (D+ mit zwei E-Stellen) ausweichen.

Vorsicht nach Regenfällen! Tipp: Der Klettersteig ist sehr beliebt, daher empfiehlt sich ein zeitiger Aufbruch.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Klettern auf Sardinien

Laut der Entstehungsgeschichte von Sardinien hatte Gott, nachdem er die Welt geschaffen hatte, noch einige Steinbrocken übrig. Als er diese ins Meer warf und darauf seinen Fußabdruck hinterließ, entschied er sich, von allen Kontinenten die schönsten Dinge zu nehmen um sie über Sardinien zu verteilen. Dabei hat er wohl auch an Kletterer gedacht. Sardinien, die "Karibik Europas", ist weit mehr als Luxusyachten, Costa Smeralda und Traumbuchten. Dank der interessanten und felsigen Landschaft hat sich die Insel schon längst zu einem beliebten Klettergebiet entwickelt. Und wer würde nicht gerne einen Aufenthalt am Fels mit einem Badeurlaub verbinden? Sardinien zum Klettern, Bouldern und Baden - ein kurzer, subjektiver Überblick.

Auf Sardinien findet man tolle Felswände zum Sportklettern direkt am Meer, interessante Bouldermöglichkeiten oder anspruchsvolle Routen im Landesinneren. Die Möglichkeiten sind vielfältig, die Gebiete teilweise recht verstreut oder etwas konzentrierter, wie zum Beispiel im Osten mit den Kletter-Hot-Spot Cala Gonone und den Möglichkeiten im Hinterland um Dorgali und Nuoro. Fährt man weiter südlich erreicht man Jerzu in der Provinz Ogliastra. Die eindrucksvollen Kalkfelsen sind eher etwas für anspruchsvolle Techniker, bieten aber auch einige einfachere Routen. Um Baunei finden sich ebenfalls interessante Routen, Domusnovas und Iglesias sind beliebte Spots im Südwesten.

Cala Fuili: Traumstrand und Klettergebiet
© G.Kwapisz


Je nachdem wie lange man Zeit hat, sollte man vorab planen, auf welche Regionen man sich konzentrieren will. Auch, wenn die Insel nicht sehr groß ist und die Entfernungen in Kilometer nach "nichts" aussehen, so können Anfahren teilweise länger dauern als geplant, kurvigen Straßen oder holprigen Schotterpisten sei dank. Dies betrifft hauptsächlich Plätze im Landesinneren.

Klettern in Cala Gonone

Zum Einsteigen, Wiederkommen oder Genießen - jeder der sich mit Klettern auf Sardinien beschäftigt, stößt irgendwann auf diesen Hot-Spot. Die Steilküste rund um Cala Gonone ist nicht nur für Kletterer beeindruckend. Hier finden sich auch viele schöne Badebuchten, die teilweise nur per Boot oder durch eine anstrengende Wanderung zu erreichen sind. Die Felsnadel Aguglia am Traumstrand Cala Goloritze hat sich zum Wahrzeichen für Kletterer entwickelt  (Routen um 6b). Bereits einen Katzensprung vom Ort Cala Gonone entfernt liegt die Bucht Fuili, ein Traumstrand mit türkisblauem Wasser, steilen Felswänden und Start der Wanderung zur Cala Luna, einem weiterem Klettergebiet direkt am Meer. Hier in der Fuili-Bucht wird es schnell voll, der Strand ist per Auto erreichbar und sehr beliebt.
Direkt am Meer gibt es ca. 40 Routen hauptsächlich im Bereich 5a bis 6b. Einige hundert Meter taleinwärts befinden sich unzählige, auch deutlich schwierigere Anstiege. Die Absicherung erfolgt mittels Haken und es gibt auch einige Routen im Schatten, wobei die Mehrheit doch in der Sonne liegt. Zum Glück ist die Abkühlungsmöglichkeit nicht weit entfernt.
Die Felswände an der Cala Luna bieten mehrere Überhänge, sowie Routen im Schwierigkeitsgrad 6c bis 8a+. Wer nicht wandern will, kann ein Boot nehmen - die gibt es wirklich reichlich ab Cala Gonone.

Sektor in Cala Gonone (Fuili)
© G.Kwapisz

Sektor in Cala Gonone (Fuili) am Strand
© G.Kwapisz


Bouldern am Capo Testa

Der Norden (die Gallura) ist spätestens seit der Costa Smeralda weltbekannt, aber abseits dem Luxus besticht die Gegend durch abwechslungsreiche Felsszenerie, dicht bewaldetes Hinterland und zerklüftete Küsten. Diese Merkmale finden sich auf auf der Insel La Maddalena. Das zerklüftete Capo Testa mit seinem Felsirrgarten direkt am Meer wird oft als Bouldergebiet genannt. Hier sind Haken tabu! Leider ist es vor Ort schwer (besonders ohne guter Literatur) gute Bouldermöglichkeiten zu finden. Denn obwohl man von allen Seiten von fantastischen Felsblöcken umgeben ist, ist es oft schwer, ein Crashpad zu platzieren. Wer sich hier aber etwas Zeit nimmt, findet irgendwann bestimmt einen guten Spot. Auch auf La Maddalena finden sich zahlreiche Boulderfelsen, wenn man mit offenen Augen durch die Landschaft fährt.

Felsirrgarten am Capo Testa (Valle Luna)
© G.Kwapisz

Allgemeine Tipps 

Ein Mietauto ist Pflicht. Beste Reisezeit ist die Nebensaison (April, Mai, teilweise Juni, ab September). Sardinien ist dann nicht so teuer, wie es oft beschrieben wird. Unterkunftsmöglichkeiten - von Campingplätzen über Bed&Breakfast, Ferienwohnungen bis hin zu Hotels - gibt es reichlich. Eigene Ausrüstung mitbringen und los geht´s.

Buchempfehlungen:
Arrampicare a Cala Gonone (Corrado Conca)
Der Führer beschränkt sich auf das Klettermekka Cala Gonone, das sich durch gute Erreichbarkeit und touristische Infrastruktur auszeichnet. Die vielen Routen direkt am Meer sind sicherlich auch ein Magnet für dieses tolle Gebiet. (Buch in italienischer Sprache mit englischer und deutscher Übersetzung)

Pietra di Luna - Sportkletterführer Sardinien
Doie Bibel von Maurizio Oviglia mit über 600 Seiten und einer riesen Auswahl an Routen. (in deutscher Sprache)


Welche Erfahrungen mit Klettern oder Bouldern auf Sardinien hast du gemacht? Schreib uns!